Harald Zycha

SKIZZEN ZUM WERDEGANG MEINES KONZEPTES VON
NATUR UND GANZHEIT

Seit ich denken kann, hat mich die Natur fasziniert, mit allen ihren landschaftlichen und vegetativen Schönheiten. Insbesondere waren es die Berge. Da ich von meinen geistigen Interessen her immer einen Drang zu einer „exakten Wissenschaft“ verspürte, die ich seit dem Ende meiner Gymnasialzeit besonders in der Mathematik erkannte, kam ich über diese zur Physik, die man offiziell als die exakte Naturwissenschaft bezeichnet.  

Daß dies jedoch nicht der Fall ist, habe ich als Student zwar bald intuitiv gespürt, aber noch nicht verstandesmäßig erkannt. Einsteins Relativitätstheorie und Bohrs Quantentheorie bereiteten mir besondere Schwierigkeiten. Den Grund dafür sah ich damals vor allem in meinem mangelnden Fachwissen.

Bei meiner industriellen Tätigkeit als Physiker spielten solche Probleme aber kaum eine Rolle, hier ging es vor allem um das „Funktionieren“ dieser Wissenschaft in der Alltagspraxis. Ich beschäftigte mich zunächst mit den Phänomenen der Interferenz bei optischen Dünnschicht-Filtern. Diese Arbeiten legten mir wegen ihrer Komplexität als Werkzeug den Einsatz des Computers nahe, im Jahre 1962 noch keine Selbstverständlichkeit. Der Computer befriedigte wieder mehr meinen Drang zur Exaktheit und faszinierte mich so sehr, daß ich die Informatik fortan zu meiner Hauptbeschäftigung machte. Auf dem Gebiet ihrer technisch-wissenschaftlichen Anwendungen machte ich mich 1970 selbständig und beschäftigte mich mit damals brennenden Problemen, wie etwa dem Layout-Design von elektronischen Leiterplatten, später mit digitalen Bilderkennungsverfahren, schließlich mit der Entwicklung eines Software-Entwicklungssystems der fünften Generation (künstliche Intelligenz), also sozusagen mit „Metainformatik“.

Meine technisch sehr erfolgreichen Entwicklungen fanden ihren Niederschlag in Veröffentlichungen und Dokumentationen und wurden mir vielfach auch von außen sehr eindringlich bestätigt. Als einzelner Freiberufler war ich aber auch aller Konkurrenz von Seiten größerer Unternehmen ausgesetzt, die mir mit ihren Praktiken so zusetzten, daß ich mein Büro schließlich aufgeben mußte. Da mir unter den Folgen dieser Umtriebe – heute nennt man das „Mobbing“ – auch keine Rückkehr in ein Angestelltenverhältnis mehr möglich war, mußte ich mich nach gänzlich anderen Möglichkeiten umsehen.

In der zunächst folgenden Orientierungslosigkeit beschäftigte ich mich sehr eingehend mit der Philosophie, deren Grundaufgabe man seit alters in der Beschäftigung mit der Frage sieht: „Was sollen wir tun?“

Diese Grundfrage ist zum gesamten Leitmotiv all meiner weiteren geistigen Beschäftigung geworden. Als Physiker fand ich sehr schnell den Anschluß an die Naturphilosophie und konnte feststellen, daß die Probleme, die sich mir als jungem Studenten in den Weg gestellt hatten, nicht nur meine eigenen waren. Ich mußte erkennen, daß alle großen Pioniere der modernen Physik mit ihnen kämpften. Doch die Lösungen, die sie anboten und mit denen sie einander vielfach widersprachen und oft auch bekämpften, befriedigten mich nicht. –

Widersprüchliche Aussagen bedeuten, daß wenigstens eine von ihnen falsch sein muß! Wenn aber Physik wirklich eine echte Wissenschaft von der Natur sein soll, dann muß sie eine einheitliche Sicht ohne Widersprüche anstreben, die jeder denkende Mensch anerkennen muß. Vorher aufzugeben und sich und seine Umgebung mit Hypothesen einzuschläfern, wie es allgemein üblich wurde, ist nicht wissenschaftlich, denn die wissenschaftliche Forschung lebt ja gerade von den Widersprüchen, die sie zu überwinden hat. Eine Kapitulation der Wissenschaft vor den Widersprüchen und damit vor ihren Irrtümern ist auch schon deshalb nicht zu verantworten, weil eine solche Naturwissenschaft auf die Natur angewendet wird und ihre Irrtümer Schaden anrichten können. – Der einzige Physiker, der solche Forderungen vehement vertreten hat, war meines Wissens Max Planck. Doch leider konnte er sich damit nicht durchsetzen.

Ein solches Ziel war aber, auf dem Boden der geltenden Grundlagen der Physik, auch gar nicht möglich, das habe auch ich eingesehen. Also kam ich auf die Idee, nach etwaigen Fehlern in den früheren Stadien der Physik zu suchen, dort, wo eigentlich heute kein Wissenschaftler mehr sucht, weil man prinzipiell alle früheren Grundlagen für nicht mehr hinterfragbar hält, getreu dem in der Mathematik geltenden und in der Scholastik postulierten Prinzip, daß einmal bewiesene bzw. formulierte Aussagen für alle Zukunft Gültigkeit haben und man getrost auf ihnen weiterbauen kann. – Dieses Prinzip auf die Physik anzuwenden halte ich für unmoralisch, es muß zwangsläufig zu empfindlichen Fehlentwicklungen führen, wie es ja auch die Geschichte dieser Wissenschaft überdeutlich zeigt!

Dieser Einsicht folgend studierte ich also vermehrt die vorgalileische Naturwissenschaft und blieb bei dem von Aristoteles formulierten Ganzheitsprinzip hängen: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.“ Dieses Prinzip fand ich in allen Dingen bestätigt, an die ich nur dachte. – Aber in der Physik kommt es nicht vor ...

Ich beschäftigte mich fortan intensiv mit diesem Prinzip und suchte es graphisch darzustellen. Das erste Ergebnis war die Einsicht in den geschichteten Aufbau aller Dinge: Jedes Ding besteht aus Teilen, jeder Teil wieder aus untergeordneten Teilen usw. In der graphischen Darstellung ergeben sich ineinander eingeschlossenen Kreise, wie ich sie seither in allen meinen Schriften dargestellt habe und wie sie sich ansatzweise auch bei anderen Autoren finden. Hierbei stellt jeder dieser Kreise ein „System“ im Sinne der Systemtheorie dar.

Darüber hinaus stellte ich mir die Frage, wie diese Systeme miteinander wechselwirken, und wie man auch das schematisch graphisch darstellen kann. Das führte zum zweiten Ergebnis, dem in allen meinen Darstellungen gezeichneten vollständigen Netz aller topologisch möglichen Verbindungen zwischen den Systemen.

Damit habe ich offensichtlich Neuland betreten, denn diese Graphik führt über die materialistische Sichtweise der aktuellen Naturwissenschaft hinaus, hin zum Geistigen, und das ist erkärtermaßen nicht mehr Gegenstand der Physik. Es läßt sich aber zeigen, daß gerade diese geistigen Wechselwirkungen für das Funktionieren unserer Welt und insbesondere aller Lebensvorgänge in ihr konstitutiv, also unerläßlich sind, während die konventionellen materiell-energetischen Wechselwirkungen nur redundant, also eigentlich überflüssig sind!

In dieser erweiterten, über die Physik hinausgehenden Sicht lösen sich alle gravierenden erkenntnistheoretischen Probleme dieser Wissenschaft auf, und wir erhalten das, was Planck (implizit) gefordert hat!

Als das zur Behandlung dieser erweiterten Zusammenhänge geeignete wissenschaftliche Instrument erweist sich die Kybernetik, eine junge Wissenschaft die es erst seit einem halben Jahrhundert gibt, womit wir aber auch die Verzweiflung der Physiker besser verstehenkönnen, die sich ihre Probleme vor jener Zeit geschaffen haben. Die Kybernetik müssen wir der Physik überordnen, um eine im Rahmen unserer beschränkten irdischen Möglichkeiten optimale Beschreibung der physikalischen Welt zu erhalten.

Auf der Grundlage einer ganzheitlichen Betrachtung der Welt, wie sie das aristotelische Ganzheitsprinzip ausdrückt, erhalten wir durch die Kybernetik nun aber auch einen über die Physik hinausführenen Zugang zu einem tieferen Verständnis der Welt des Lebendigen, und damit auch der Probleme der Medizin. Das weckte mein tieferes Interesse für die Medizin.

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An dieser Stelle halte ich es für sinnvoll, noch einmal kurz meine persönliche geistige Entwicklung zu rekapitulieren, von der sich jetzt rückblickend erkennen läßt, wie offenbar alles schon von Anfang an auf eine ganzheitliche Sicht der Natur ausgerichtet war, oder vielleicht besser, wie sich mein Rüstzeug zu einer ganzheitlichen Behandlung der Natur von Jugend an entwickelt hat.

Ich begann meine Hochschulausbildung, nach einem kurzen Ausflug in die Elektrotechnik, mit dem Studium von Mathematik und Geometrie, einer Kombination, die damals in Österreich möglich war. Das Interesse an der Geometrie führte mich über die analytische Ebene der Mathematik hinaus zu einer synthetischen Betrachtung der Welt, wie sie mir Professor Hohenberg an der TH Graz als einer meiner besten Lehrer über seine synthetische projektive Geometrie ganz besonders nahe gebracht hat. Heute weiß ich: eine synthetische Betrachtung der Natur ist der erste Schritt zu einer ganzheitlichen, wie es ja auch schon die Bezeichnung selbst ausdrückt: Analytisch ist zerteilend, synthetisch zusammenfassend.

Das anschließende Studium der Physik entsprang eigentlich eher einer Verlegenheit. Aus persönlichen und finanziellen Gründen folgte ich meiner Familie nach Erlangen, und in Deutschland war die zuvor gewählte Studienkombination nicht möglich. Zudem wurde mir die Physik als für einen zukünftigen Broterwerb aussichtsreicher dargestellt.

Im Hinblick auf eine Arbeit in der Industrie wogen aber, wie schon gesagt, meine die Exaktheit der Physik betreffenden Bedenken, die ich damals durchaus schon spürte, nicht so schwer. Nach Fortsetzung und Beendigung meines Studiums in München ging ich also in die Industrie. Ich arbeitete viele Jahre auf dem Gebiet optischer Dünnschichtfilter.

Die Phänomene der optischen Interferenz in Vielschichtsystemen müßten eigentlich einem philosophisch nachdenklichen Menschen Anregungen zu ganzheitlichem Denken geben: Hier kann man auf sehr eindrückliche Weise verfolgen, wie sich aus dem Zusammenwirken vieler Teile (Schichten) etwas ganz Neues im Gesamtsystem herausbildet, und hier hat man sogar noch den sehr seltenen Fall, daß man das rechnerisch anschaulich verfolgen kann, wenn auch nur über die Hypothesen der Wellenoptik.

Das alles war mir zu jener Zeit natürlich nicht bewußt, doch wenn man erforschen will, wie sich aus dem Unbewußten irgendwann eine bewußte Erkenntnis entwickelt, kann man hier doch schon einen fruchtbaren Samen erkennen, der später aufgegangen ist.

Ähnlich ist es mir mit meinen späteren Arbeiten in der Software-Entwicklung ergangen: Ich lernte komplexe Software-Gebilde aus kleineren und kleinsten Moduln aufzubauen. Ebenso war mir auch hier das Prinzip der Ganzheit noch nicht bewußt gegenwärtig, aber die über viele Jahre andauernde, äußerst konzentrierte Arbeit an solchen Gedankengebäuden hat bestimmt ebenso nachhaltig auf meine spätere geistige Entwicklung gewirkt. Und hier kommt noch ganz offensichtlich das Wesentlichste des Ganzheitsprinzips überhaupt an die Oberfläche: Das „mehr“ des Ganzheitsprinzips ist in diesem Falle ganz unmittelbar als geistig zu erkennen!

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Von da her ist es nun nicht mehr weit zu einer Beschäftigung mit der Medizin, die in ihrer heutigen Form die Grundlagen der Physik in sich enthält und daher auch unter deren Problemen mitleidet, während sie doch in einer ganzheitlich-kybernetischen Sicht unendlich weit über sie hinausreicht.

Das hat man jedoch bisher kaum zur Kenntnis genommen, seit der Renaissance sieht man allgemein die Physik als die Grundlage der Medizin schlechthin an: Über 90% der heutigen Hochschulmedizin bestehen aus Physik, sie hat sich aus der Iatrophysik der beginnenden Neuzeit entwickelt. Es ist also die Physik, und mit ihr sind es die Physiker, die hier bis heute den Ton angeben. Demnach ist es auch für mich naheliegend, daß ich mich als ehemaliger Physiker in die Medizin „einmische“.

Ebenso naheliegend war es für mich andererseits auch, während meiner Orientierungssuche an eine Ausbildung als Heilpraktiker zu denken. Ein volles Medizinstudium kam in meinem Alter nicht mehr in Frage. Ich begann also mich mit Anatomie und Physiologie zu beschäftigen, wobei ich nun auch konkret immer wieder auf die Physik gestoßen bin, was mich nur noch mehr darin bestärkt hat, tiefer in die wissenschaftliche Problematik der Medizin einzudringen. Da ich aber feststellte, daß mich eine Heilpraktikerausbildung nach wie vor zu einer Beschäftigung mit der offiziellen antibiotischen Medizin nötigte, die ich zu jenem Zeitpunkt nicht mehr akzeptieren konnte, habe ich diesen Plan später wieder aufgegeben.

Während dieser geistigen Auseinandersetzung mit der Medizin entwickelte sich in mir immer deutlicher die Vorstellung, daß in meinem ganzheitlich-kybernetischen Konzept die Geheimnisse der bisher immer noch unverstandenen Homöopathie schlummerten. Wie ich zu dieser Vermutung kam, kann ich nicht genau beschreiben, hier hat mir offenbar die Intuition des Unbewußten den Weg gewiesen, und die weitere Entwicklung hat mir recht gegeben.

Das Ganzheitsprinzip, die dieses widerspiegelnde Schichtung der Natur, und das in seinen Einzelheiten zwar unübersehbar komplexe, aber in seiner topologischen Struktur in höchster Ordnung erkennbare Netz der Wechselwirkungen zwischen allen Dingen der Natur, führten mich zu den in meinem Buch beschriebenen Einsichten in die ganzheitlich-kybernetischen Prinzipien der Stoffwechselvorgänge und damit der Lebensvorgänge schlechthin. Insbesondere ergab sich daraus auch ein tieferes Verständnis des Wesens von Gesundheit, Krankheit und Heilung.

All das führte mich schließlich auch zu der so lange gesuchten Einsicht in die Grundprinzipien der Homöopathie. Und mehr noch: Die Prinzipien der Homöopathie erwiesen sich als die allen erfolgreichen Therapien der Natur- und Erfahrungsheilkunde zugrunde liegenden Heilungsprinzipien der Natur überhaupt!

An dieser Stelle finde ich zum Schluß noch die folgende Feststellung ganz besonders wichtig: All diese wissenschaftlichen Einsichten sind nur durch die Kybernetik möglich geworden, die als Information verarbeitendes Prinzip das Geistige – nämlich die Information! – ganz offensichtlich zu ihrer eigenen Grundlage hat und sich damit als die einzige adäquate Wissenschaft der Lebensvorgänge erweist.

Die Physik hingegen ist eine Wissenschaft von toter Materie, in ihren von Newton formulierten fundamentalen Gesetzen kommt Leben nicht vor, und in allen späteren Gesetzen auch nicht. Sie kann daher nie und nimmer etwas Wesentliches über die Lebensvorgänge aussagen. Alle Versuche, medizinische Probleme allein mit der Physik zu behandeln, müssen daher scheitern!

Das gilt insbesondere auch für die nun schon über so viele Jahrzehnte andauernden vergeblichen Bemühungen der konventionellen Naturwissenschaftler um eine wissenschaftliche Begründung der Homöopathie auf der Grundlage der Physik, und sei es auch der Quantenphysik, während diese Begründung auf der Grundlage der ganzheitlichen Kybernetik doch nun schon seit über fünfzehn Jahren vorliegt, aber von jenen mangels ihrer Bereitschaft zu ganzheitlich-kybernetischem Denken nicht anerkannt wird!

Im übrigen sollte mein geistiger Entwicklungsweg, soweit er hier noch nicht erschöpfend dargestellt ist, aus meinem Buch „Natur und Ganzheit“ selbst hervorgehen: Im Sinne eines Organon habe ich darin geschrieben, wie sich eins aus dem anderen logisch entwickelt, und das, wünsche ich mir, sollte jeden überzeugen, der über diese Ausführungen gewissenhaft, und selbstverständlich auch kritisch nachdenkt..

Mehr enthält das Buch "Natur und Ganzheit" das Sie sich herunterladen können bei www.natur-und-ganzheit.at. Mir hat es die Augen geöffnet für die schlimmen Fehlentwicklungen in unserem Gesundheitssystem, die mir heute täglich begegnen.
Erst der zu erwartende Zusammenbruch wird wahrscheinlich den dringend notwendigen Wandel auslösen. Dafür bietet Harald Zycha praktikable Lösungen an.

Dieses Buch gibt es jetzt  im Buchhandel.