Hier ein Auszug aus einer Zeitungsbeilage der HNA Hessisch-Niedersächsischen Allgemeine

Gesundheitsatlas 18.04.08 > Orthopädische Erkrankungen

Auch wenn es knirscht und schmerzt
Anfangs ist es ein kleiner Schmerz beim Wandern, Treppensteigen oder beim Hausputz. Im Laufe der Zeit schwillt das Gelenk manchmal an und knirscht. Das kann sich über Jahre hinziehen. Denn Arthrose ist ein langsam und wellenförmig verlaufender Prozess. VON DR. GISELA HEIMBACH
Der Knorpel, der wie ein Polster zwischen den gegenüber liegenden Gelenkknochen liegt, wird dünner, rissig und löchrig. Unbehandelt verschwindet der Knorpel irgendwann ganz. Die Gelenk-Knochen reiben blank aufeinander und es kommt dadurch zu Knochenveränderungen mit heftigen Schmerzen. Fast alle Menschen sind im Laufe ihres Lebens mehr oder weniger stark von Gelenkverschleiß betroffen. Von den über 50-Jährigen sind es rund achtzig Prozent. Vor allem Hüft- und Kniegelenke verschleißen. Aber Arthrose kann alle Gelenke befallen, zum Beispiel das Schulter-, Sprung oder Ellenbogengelenk. Die Ursachen sind im Wesentlichen Übergewicht. Veranlagung, Überlastung oder Fehlstellungen der Gelenke. Früh etwas dagegen tun Arthrose ist zwar nicht heilbar, aber man kann die Beschwerden lindern und ihr Fortschreiten verlangsamen. Fahrrad fahren, Schwimmen, gesunde Ernährung, Schmerzmittel, Krankengymnastik. Behandlung mit Wärme und Strom sowie Gewichtsreduktion sind dabei hilfreich. Es gibt aber auch minimalinvasive Möglichkeiten, dem Gelenkverschleiß Einhalt zu gebieten. Wenn eine Arthrose im frühen Stadium vorliegt, lässt sich der Knorpel arthroskopisch - also durch einen kleinen Eingriff - glätten. "Dabei kann frei schwebender Abrieb und die eventuell entzündete Gelenkinnenhaut entfernt werden", erklärt der Ärztliche Direktor der Orthopädischen Klinik Kassel, Prof. Dr. Werner Siebert. "Eine solche Gelenkspiegelung kann wie auch das Einspritzen von Hyaluronsäure - also Gelenkschmiere - das Fortschreiten der Arthrose bremsen." Kleinere und mittlere Knorpelschäden lassen sich durch weitere minimalinvasive Verfahren beseitigen. Beispielsweise indem kleine Löcher in den angrenzenden Knochenbereich gebohrt werden, die der Körper repariert, indem er Blut und Zellen in den Defektbereich einlagert. Daraus bildet sich narbiges Bindegewebe und es entsteht ein Ersatzknorpel. Gelenkersatz bringt Schmerzfreiheit Letztlich entscheiden die Beschwerden des Patienten über die Wahl der Behandlungsmethode. Bei sehr starken Schmerzen und schwerem Gelenkverschleiß kann ein künstliches Teil- oder Komplettgelenk wieder zur schmerzfreien Beweglichkeit führen. Die Entwicklung spezieller Kurzschaftprothesen ermöglicht es, ein künstliches Hüftgelenk auch minimalinvasiv einzusetzen. Neben der kleineren Narbe hat die "Schlüsselloch-Technik" einen großen Vorteil: Die Muskulatur, die das Gelenk umgibt, wird viel weniger - im Idealfall gar nicht - geschädigt. Künstliche Gelenke sind zwar die letzte, aber auch die effektivste Methode, damit Patienten auf Dauer wieder schmerzfrei, beweglich und fit werden, (nh)

Leserbrief zum Gesundheitsatlas,   (noch nicht erschienen)        
Thema: „Auch wenn es knirscht und schmerzt“

Bei einem unserer letzten Monatstreffen berichteten wie immer einige Teilnehmer über die Erfolge, die sie mit den Empfehlungen der Arthrose-Selbsthilfe erreicht hatten. Danach ergriff eine Erstbesucherin das Wort und schimpfte laut: „Was ist hier eigentlich los. Warum höre ich hier, dass Arthrose so einfach heilbar ist. Warum haben das meine Ärzte nicht gesagt, die das doch eigentlich wissen müssten“. Mit dem Hinweis, dass Ärzte über Ernährung nicht ausgebildet werden – was ja bekanntlich die Ursache der Arthrose ist, konnte ich sie schließlich beruhigen. Wenn wir dann den Artikel im Gesundheitsatlas auf Seite 30 lesen, wird deutlich, dass hier noch immer ein erheblicher Nachholbedarf besteht.
Eckhard K. Fisseler, Felsberg 
Sprecher der Arthrose-Selbsthilfe Am Mühlenberg 2,  34587 Felsberg
Tel.: 05662 408851 kann an rückfragende Zeitungsleser weitergegeben werden.