Gedanken zum Jahreswechsel
Auszug aus einem bekannten Magazin, geringfügig überarbeitet

Ebenso wie die Konten der Krankenkassen gefüllt sein wollen, braucht auch der Krankenhausbetrieb – für Verwaltung, Personal, Verpflegung, Technologie - Patienten. Werden zusätzlich zum öffentlichen Interesse an Krankenhäusern auch noch ökonomische Kriterien in einem Gesundheitssystem eingeführt, so bedeutet das, dass immer genügend Kranke da sein müssen, um den Betrieb aufrecht zu erhalten und alle daran Beteiligten zu ernähren. Ein privatisiertes Gesundheitssystem, wie es in den USA herrscht, braucht kranke Patienten wie die Luft zum Atmen. Ein plötzliches Ausbleiben jeglicher gesundheitsschädlichen Energie wäre der Super-Gau, der größte anzunehmende Unfall für die Klinik-Betreiber und Pharmahersteller. Ist es da nicht logisch, dass sie auf Gesetzgeber und Gerichte Einfluss nehmen, gegenüber neuen Erkenntnissen, die das Gesundheitssystem verbilligen könnten, stets so viele Gegenargumente zu liefern, dass die nötige Bettenbelegung erreicht oder womöglich „Wachstum" generiert wird? Menschenwürde unter Finanzierungsvorbehalt. Auch in Deutschland führen Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit und der Wunsch nach einem grundlegenden Wandel ihre vielleicht letzten Rückzugsgefechte gegen die alles überwuchernde Macht ökonomischer Sachzwänge. Gesundheit, so scheint es, ist nicht länger Naturrecht (also ein Recht, das jedem Menschen aufgrund seines Menschseins zusteht), sondern etwas, was von den politischen und wirtschaftlichen Eliten je nach Kassenlage gewährt werden kann. Selbst das Recht auf Leben (das eigentlich vor der Würde kommt, weil es ohne Leben niemanden mehr gibt, der seine Würde genießen kann) steht zunehmend unter Finanzierungsvorbehalt. Hartz IV wurde vom Gründer der Drogeriekette dm, Götz Werner, nicht umsonst als ..“offener Strafvollzug“ kritisiert. Auch der unlängst von der Presse hochgejubelte Schein-Linksruck der SPD war in Wahrheit nichts als ein durchsichtiges PR-Manöver. Die Mainstream-Medien dienen heute überwiegend dem Zweck, die Bevölkerung so zu manipulieren, dass sie ihrem eigenen Missbrauch willfährig zustimmt. Der Zugang zu körperlicher und geistiger Gesundheit wird in einer kälter werdenden Gesellschaft zunehmend von Qualitäten wie Intelligenz, Lernbereitschaft und Durchsetzungsfähigkeit abhängig gemacht, die aber naturgemäß nicht jedem Bürger gleichermaßen gegeben sind. Wenn also der Staat keine neuen Erkenntnisse zulässt, Erkenntnisse, die das gesamte Gesundheitssystem erheblich verbilligen würden, wenn vielmehr der Einzelne mehr und mehr selbst verantwortlich ist und lernen muss, sich selbst zu helfen, dann müssen die Behörden aufhören, bei jeder „Gesundheitsreform“ immer nur die Finanzen zu reformieren. Besser wäre es, Bedingungen zu schaffen, die Gesundheit billiger machen. Das tun sie aber keineswegs. Ob das im neuen Jahr sich ändert?